Schul-Ratgeber
Schulhomepage mit WordPress: Was das System kann und was es braucht
Ihre Schule plant eine neue Website, und im Kollegium fällt früh das Wort WordPress. Zu Recht: Kaum ein System ist so verbreitet, und mehrere Länder setzen für ihre Schulen selbst darauf. Ob WordPress Ihre Schule über Jahre trägt, entscheidet sich allerdings weniger am System als daran, wie es eingerichtet und betreut wird.
Fakten geprüft: Oktober 2026 · Lesezeit rund 9 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
WordPress ist das meistgenutzte System für Websites und eine sehr gute Grundlage für eine Schulhomepage: offen, ohne Lizenzkosten, mit Rollen für viele Redakteurinnen und Redakteure, und die Website gehört der Schule. Dorthin führen drei Wege: die WordPress-Plattform Ihres Landes, wo es eine gibt, eine eigene Installation oder eine Agentur. Was WordPress nicht mitbringt, sind die Struktur einer Schule, Schulfunktionen wie Kalender und Anmeldungen, die richtigen Einstellungen für Datenschutz und Barrierefreiheit und jemanden, der Updates und Sicherungen dauerhaft übernimmt. Entscheidend ist deshalb nicht das System, sondern wer es aufsetzt und wer es betreut.
Warum so viele Schulen auf WordPress setzen
WordPress läuft laut W3Techs auf rund 40 Prozent aller Websites weltweit. Unter den Websites mit erkennbarem Redaktionssystem sind es fast sechs von zehn (Stand Oktober 2026). Für Schulen zählen vor allem vier Eigenschaften.
- Offen und ohne Lizenzkosten: WordPress ist freie Software. Die Schule zahlt keine Lizenz, und mit dem Code kann jede Agentur weiterarbeiten. Die Website gehört der Schule, nicht einem Anbieter.
- Viele Hände, klare Rechte: Rollen vom Administrator bis zum Mitarbeiter sind eingebaut. Sekretariat, Fachschaften und Schulleitung pflegen in einem System, jede Person mit eigenem Zugang.
- Erweiterbar: Für fast jede Aufgabe gibt es eine Erweiterung, allein im offiziellen Verzeichnis mehr als 75.000 kostenlose Plugins. Das ist Stärke und Risiko zugleich, dazu gleich mehr.
- Im Schulbereich zu Hause: Niedersachsen und Hamburg stellen ihren Schulen eigene WordPress-Plattformen bereit. Wer dort gearbeitet hat, findet sich in jeder anderen WordPress-Website schnell zurecht.
Drei Wege zur WordPress-Schulhomepage
WordPress ist nicht gleich WordPress. Wo es läuft und wer es betreut, entscheidet über Freiheit, Aufwand und Kosten.
1. Die Plattform Ihres Landes
In Niedersachsen stellt das Landesinstitut NLQ Schulen kostenlos eine Managed-WordPress-Plattform bereit. Updates übernehmen die Administratoren des NLQ, eine eigene Domain lässt sich einbinden. Auch Hamburg bietet seinen Schulen mit dem Hamburger Schul-CMS eine Lösung auf WordPress-Basis.
Der Preis für diesen Komfort ist ein fester Rahmen. In Niedersachsen gibt es eine begrenzte Auswahl an Themes und rund 40 freigegebene Plugins, eigene Themes, Plugins oder CSS-Dateien sind aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen. Und solche Angebote laufen nur so lange, wie das Land sie betreibt: In Baden-Württemberg hat BelWü das Webhosting für Schulen eingestellt, mehr dazu in Schulwebsite umziehen.
Passt, wenn Ihr Land eine Plattform anbietet und Ihrer Schule eine übersichtliche Website mit Standardfunktionen genügt.
2. Eine eigene Installation
Die Schule oder der Schulträger mietet einen Server, die Website läuft auf eigenem Vertrag, und Theme und Plugins sind frei wählbar. Diese Freiheit bringt die volle Verantwortung mit: Updates, Sicherungen, Auswahl und Pflege der Plugins, Datenschutz und Barrierefreiheit liegen bei der Schule, in der Praxis oft bei einer einzigen Lehrkraft.
Passt, wenn jemand im Kollegium dauerhaft Zeit und Fachwissen für Technik und Betrieb mitbringt, und eine Vertretung, falls diese Person geht.
3. Mit einer Agentur
Die Agentur baut die Website auf einem Server, der auf die Schule oder den Schulträger läuft, und übernimmt mit einem Wartungsvertrag den Betrieb. Das kostet mehr als die beiden anderen Wege. Es lohnt sich, wenn die Website wachsen soll, viele Menschen mitpflegen und Schulfunktionen gebraucht werden. Klären Sie vorher, wem die Website gehört, die passenden Fragen stehen in Baukasten oder Agentur.
Passt, wenn die Website mitwachsen soll und der Betrieb nicht an einer Person hängen darf.
Zwischen dem zweiten und dem dritten Weg gibt es einen Mittelweg: Wir liefern das technische Fundament, Ihre Web-AG gestaltet selbst. Wie das funktioniert, steht auf Schulwebsite selbst erstellen.
Das Theme: Warum fertige Schul-Themes selten passen
Wer nach einem WordPress-Theme für Schulen sucht, bekommt eine lange Liste. Viele dieser Themes sind für Hochschulen, Online-Kurse oder internationale Privatschulen gebaut: mit Kursverkauf, Dozentenprofilen und Demo-Inhalten, die im Vorschaubild glänzen und im deutschen Schulalltag selten passen.
Eine Schule braucht etwas anderes: Termine, Fachschaften, Ansprechpartner, Downloads und Elternbriefe, gut auffindbar und barrierefrei. Vier Fragen helfen bei der Auswahl:
- Wird das Theme regelmäßig aktualisiert? Ein letztes Update vor mehr als einem Jahr ist ein Warnsignal.
- Ist es auf Barrierefreiheit geprüft? Im offiziellen Verzeichnis tragen solche Themes das Schlagwort „Accessibility Ready“. Das ist ein guter Anfang, aber noch keine barrierefreie Website.
- Lädt es Schriften oder Dienste von fremden Servern? Dann muss das vor dem Start umgestellt werden.
- Bringt es Pflicht-Plugins mit? Jedes mitgelieferte Plugin ist eine weitere Abhängigkeit.
Unser Rat: Das Theme sollte schlank sein und nur die Gestaltung liefern. Die Struktur Ihrer Schule, also Lehrkräfte, Fachschaften und Termine, gehört nicht ins Theme, sondern in eigene Inhaltstypen. Dann übersteht sie auch einen späteren Designwechsel.
Plugins: Welche eine Schule wirklich braucht
Jedes Plugin ist Code eines anderen Entwicklers. Es braucht Updates, kann Daten verarbeiten und öffnet im ungünstigsten Fall eine Tür. Die meisten Sicherheitslücken entstehen nicht im Kern von WordPress, sondern in veralteten Erweiterungen. Die Grundregel lautet deshalb: so wenige wie möglich, so gut gepflegt wie nötig.
Eine Schulhomepage braucht in der Regel diese Bausteine:
- Absicherung: eine Firewall mit Schutz der Anmeldung, für Administratoren zusätzlich die Zwei-Faktor-Anmeldung.
- Sicherung: automatisch, mit Dateien und Datenbank, gelagert außerhalb des Servers.
- Suchmaschinen: Seitentitel, Beschreibungen und eine Sitemap.
- Formulare: für Kontakt und Anmeldungen, und die Daten landen nur dort, wo sie gebraucht werden.
- Termine: ein Kalender, den Eltern abonnieren können.
Bevor ein weiteres Plugin dazukommt, lohnen drei Prüfungen: Wann kam das letzte Update? Wird es von vielen Websites genutzt und aktiv gepflegt? Und schickt es Daten an fremde Server? Was nicht mehr gebraucht wird, kommt vollständig herunter, nicht nur deaktiviert. Mehr dazu in Schulwebsite vor Angriffen schützen.
Datenschutz und Barrierefreiheit: Was WordPress nicht von selbst erledigt
WordPress ist weder von Haus aus datenschutzkonform noch das Gegenteil. Es kommt darauf an, wie es eingerichtet ist. Einige Grundeinstellungen passen nicht zu einer Schule und gehören vor dem Start geändert:
- Profilbilder: WordPress zeigt ab Werk Avatare über den Dienst Gravatar an. Wo sie erscheinen, lädt der Browser Bilder von dessen Servern, und die IP-Adresse der Besucher geht mit.
- Kommentare: Neue Beiträge sind ab Werk für Kommentare geöffnet. Auf einer Schulhomepage bedeutet das Moderation und zusätzliche personenbezogene Daten, deshalb sind sie meist besser abgeschaltet.
- Schriften: Viele Themes laden Schriften direkt von Google. Sie gehören auf den eigenen Server, warum, steht in der DSGVO-Checkliste für die Schulwebsite.
- Videos und Karten: werden erst nach Einwilligung geladen.
Dazu kommt der Server: in der EU, am besten in Deutschland, mit einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und auf den Namen der Schule oder des Schulträgers.
Bei der Barrierefreiheit ist es ähnlich. WordPress liefert eine gute Grundlage, barrierefrei wird die Website aber erst durch das Theme, saubere Überschriften, Alternativtexte für Bilder, lesbare PDFs und eine Erklärung zur Barrierefreiheit. Vorsicht bei Plugins, die Barrierefreiheit per Knopfdruck versprechen: Eine eingeblendete Werkzeugleiste ersetzt keinen barrierefreien Aufbau. Was für Schulen gilt, steht in Barrierefreie Schulwebsite.
Rollen und Freigaben: Wer was darf
WordPress bringt fünf Rollen mit, und sie passen gut zum Schulalltag:
- Administrator: darf alles, auch Plugins, Theme und Einstellungen. Diese Rolle bekommen nur ein oder zwei Personen.
- Redakteur: veröffentlicht und bearbeitet alle Inhalte, auch die anderer. Passt für Sekretariat und Schulleitung.
- Autor: veröffentlicht eigene Beiträge. Passt für Lehrkräfte, die regelmäßig aus dem Schulleben berichten.
- Mitarbeiter: schreibt Beiträge, darf sie aber nicht veröffentlichen. Passt für Fachschaften, AGs oder die Schülerredaktion, deren Texte vorher jemand freigibt.
- Abonnent: verwaltet nur das eigene Profil und wird auf einer Schulhomepage selten gebraucht.
So lässt sich eine Freigabe technisch erzwingen, statt sie nur zu verabreden: Wer als Mitarbeiter angelegt ist, kann nur Entwürfe einreichen.
Eine Grenze haben die Standardrollen allerdings. Autoren und Mitarbeiter arbeiten nur an Beiträgen, Seiten bearbeiten erst Redakteure, und die dürfen dann alle. Dass die Fachschaft Sport genau ihre eigene Seite pflegt, braucht deshalb eine zusätzliche Einrichtung. Das sollte vor dem Start feststehen und nicht erst, wenn die zwanzigste Person einen Zugang bekommt.
Nach dem Start: Updates, Sicherungen, Verantwortung
Eine Schulhomepage ist nie fertig. WordPress, Theme und Plugins bekommen laufend Updates, viele davon schließen Sicherheitslücken. Kleinere Sicherheitsupdates spielt WordPress selbst ein. Für Plugins und Themes lassen sich automatische Updates seit Version 5.5 einzeln einschalten, ab Werk sind sie aus.
Automatisch heißt allerdings auch: Niemand schaut hin. Bringt ein Update ausgerechnet vor dem Tag der offenen Tür den Kalender durcheinander, merken es zuerst die Eltern. Ein verlässlicher Betrieb hat deshalb drei Teile:
- Vor jedem Update eine Sicherung, direkt danach ein Test der wichtigsten Seiten und Funktionen.
- Sicherungen außer Haus: Dateien und Datenbank, regelmäßig und außerhalb des Servers gelagert.
- Eine klare Zuständigkeit: Wer kümmert sich, wer vertritt, und wo liegen die Zugänge, wenn die Webmaster-Lehrkraft die Schule verlässt?
Den dritten Punkt klärt die Schule selbst. Die ersten beiden kann sie abgeben, an den Schulträger, an einen Dienstleister oder an eine Agentur mit Wartungsvertrag. Bei uns beginnt die Betreuung bei 480,- € netto im Jahr. Ob Ihre heutige Website noch auf einem gepflegten Stand läuft, zeigt unser kostenloser Sicherheits-Check.
Was WordPress für Schulen nicht mitbringt
WordPress ist ein Redaktionssystem, kein Schulsystem. Vieles, was Schulen täglich brauchen, kommt erst durch Einrichtung oder eigene Entwicklung dazu:
- Ein Schulkalender, den Eltern im eigenen Kalender abonnieren.
- Anmeldungen für Schulfahrten und Veranstaltungen, mit Fristen, Teilnehmerlisten und Bestätigung.
- Ansprechpartner und Fachschaften als Datensätze: Eine Änderung im Kollegium stimmt danach auf jeder Seite.
- Ein Downloadcenter für Elternbriefe und Formulare.
- Daten aus Schulsystemen, etwa Termine aus dem Schulmanager. Welche Wege es gibt und was öffentlich sein darf, steht in Termine, Vertretungsplan, Schulmanager.
Vorsicht bei Plugins, die Noten, Anwesenheiten oder Klassenlisten gleich mit verwalten wollen. Solche Daten gehören in die Schulverwaltung und nicht auf die öffentliche Website.
Was es als Plugin nicht in passender Form gibt, lässt sich programmieren. Wie das bei uns aussieht, zeigt die WordPress-Plugin-Entwicklung.
Unser Weg: WordPress, gebaut für den Schulalltag
Wir bauen Schulhomepages seit 2009 auf WordPress, von der Grundschule bis zur Berufsschule und zur Privatschule, in fast allen Bundesländern. Gestaltet wird mit Elementor, die Struktur steckt in eigenen Inhaltstypen, und Kalender, Fahrtenanmeldung und den Kalender-Import aus Schulmanager Online haben wir selbst programmiert.
Die Website läuft auf einem Server in Ihrem Namen, beim Schulträger oder bei einem Hoster. Haben Sie noch keinen, empfehlen wir einen Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland und richten alles für Sie ein.
Barrierefreiheit und Datenschutz sind fester Bestandteil und kein Aufpreis: Schriften liegen auf dem eigenen Server, der Alternativtext ist ein Pflichtfeld, und die Freigabe ist über die Rollen technisch erzwungen. Eine Firewall mit Schutz der Anmeldung gehört zu jedem Projekt, die Zwei-Faktor-Anmeldung richten wir auf Wunsch ein.
Zum Start bekommt Ihr Kollegium eine Einweisung von rund zwei Stunden und ein eigenes Handbuch zu Ihrer Website, durchsuchbar und auf Ihre Schule zugeschnitten. Danach bleiben wir: mit Updates, Sicherungen außer Haus und einem Ansprechpartner, der Ihre Website kennt.
Wie das aussieht, zeigt unsere Seite WordPress-Schulhomepage erstellen lassen, mit einer Demo-Schule zum Durchklicken. Den Projektpreis können Sie auf zwei bis sechs Jahresraten ohne Aufschlag verteilen, die Einzelheiten stehen auf Was kostet eine Schulwebsite?
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
01Ist WordPress für eine Schulhomepage kostenlos?
WordPress selbst ja, es ist freie Software ohne Lizenzkosten. Für eine eigene Website kommen Server und Domain dazu, ein ausreichendes Paket kostet meist um die 100,- € im Jahr. Hinzu kommen je nach Umfang Erweiterungen und vor allem die Zeit für Aufbau, Updates und Sicherungen. Die WordPress-Plattform in Niedersachsen ist für Schulen kostenlos, hat dafür aber einen festen Rahmen bei Themes und Plugins.
02Ist WordPress DSGVO-konform?
WordPress lässt sich datenschutzkonform betreiben, entscheidend ist die Einrichtung: ein Server in der EU, am besten in Deutschland, mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Schriften auf dem eigenen Server, Videos und Karten erst nach Einwilligung, keine unnötigen Plugins und angepasste Grundeinstellungen etwa bei Avataren und Kommentaren. Verantwortlich bleibt die Schule, die Technik kann sie abgeben.
03Welches WordPress-Theme eignet sich für eine Schule?
Ein schlankes, regelmäßig aktualisiertes Theme, das Schriften lokal lädt und auf Barrierefreiheit geprüft ist. Fertige Education-Themes sind oft für Hochschulen oder Online-Kurse gebaut und bringen viel mit, was eine Schule nicht braucht. Die Struktur der Schule gehört nicht ins Theme, sondern in eigene Inhaltstypen.
04Können wir später von der WordPress-Plattform unseres Landes wechseln?
Ja, die Inhalte ziehen mit. In Niedersachsen sichert der Export Beiträge, Seiten und Galerien, nicht aber Design, Menüstruktur und Einstellungen. Die Website wird also neu aufgebaut, bei einem Wechsel zu uns übernehmen wir Ihre Inhalte und Dokumente. Läuft eine eigene Domain auf die Schule, bleibt auch die Adresse erhalten.
Quellen
- NiBiS WordPress: FAQ (Niedersächsischer Bildungsserver)
- NiBiS WordPress: Handbuch (Niedersächsischer Bildungsserver)
- NiBiS WordPress: Liste der Plugins (Niedersächsischer Bildungsserver)
- Schulhomepages: Das Hamburger Schul-CMS (Hamburger Bildungsserver)
- Usage statistics of content management systems (W3Techs)
- Roles and Capabilities (WordPress.org)
- Plugins & Themes Auto-Updates (WordPress.org)
- Plugin-Verzeichnis (WordPress.org)
Stand der Angaben: Oktober 2026. Die Angebote der Länder ändern sich, maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Betreibers.
Ihre Schulhomepage mit WordPress, von uns aufgesetzt und betreut.
Zwanzig Minuten am Telefon genügen für eine erste Einschätzung, welcher Weg zu Ihrer Schule passt. Ihr Angebot bekommen Sie danach schriftlich und kostenlos, auf Wunsch in Jahresraten ohne Aufschlag.
Erzählen Sie uns von Ihrem Projekt.
Ein paar Sätze reichen. Wir melden uns spätestens am nächsten Werktag mit Rückfragen, einem Terminvorschlag oder beidem.